prinz regent stücke

Anubis / Limen

von Uta Gebert. Gastspiel im Rahmen der FIDENA

Uta Geberts Doppelprogramm umspielt mit meditativer Sogwirkung existenzielle Grenzübertritte. Der erste Teil, „Anubis“, ist eine lyrisch-humorvolle Reflexion über die Sterblichkeit. Wir werden zu Zeugen eines Totenrituals, in dem sich ägyptische Mythologie und die romantische Dichtung Hugo von Hofmannsthals zwanglos ergänzen. Der ägyptische Gott der Totenriten wird zum Protagonisten. Eine sanft und mit Augenzwinkern animierte Skelett-Figur verkörpert diesen Seelenführer und Richter im Totenreich. Mit wenigen Worten, sphärischen Klanglandschaften und Bildern, die in ein seltsam durchsichtiges Dunkel gesetzt sind, nimmt Anubis die Zuschauer mit auf eine Wanderung zwischen Leben und Tod.

„Limen“ ist inspiriert von Franz Kafkas Prosatext »Vor dem Gesetz« von 1915. Der Mann vom Land hat einen Entschluss gefasst: er will Zugang zum Gesetz, widersetzt sich am Ende dem Wächter vor der Tür. Doch nicht das Recht auf Einlass in den Bereich des „Gesetzes“ oder der tatsächliche Schritt über die Schwelle werden zum Zentrum des kurzen, dichten Szenarios, sondern das Zögern, die gefühlte Ambivalenz der Grenzüberschreitung. Uta Geberts feines und genaues Spiel mit der Figur öffnet dem Zuschauer dabei Räume für die eigene Imagination.

„Ein Zauber. Anders lässt es sich nicht erklären, warum man sich nach diesem Stück über den Tod gut fühlt. Uta Gebert, bekannt durch ihre leise Art, dunkle Dinge in ein bisher nicht gekanntes Licht zu setzen, vollbringt dieses Kunst-Stück in ihrer Inszenierung »Anubis«."
(Neues Deutschland)

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