Günter Blendinger

 

1945

geboren in Meuselwitz.

Ausbildung und Tätigkeit als Maschinenbauer und Kraftfahrer.

1967 – 1974

Studium an der Kunsthochschule Berlin Weißensee
bei Prof. Arno Mohr, Prof. Werner Klemke, Prof. Axel Bertram.

1974

bis heute freiberuflich als Maler und Grafiker in Berlin und Zepernick tätig.


 
   

   Günter Blendinger                                                Malwerkstatt                                                         Druckwerkstatt

 

Gerhard Wolf zur Ausstellung zum 60. Geburtstag von Günter Blendinger - Galerie Forum Amalienpark

 

Die Entdeckung eines Malers

 

Natürlich ist diese Überschrift nicht ohne Vorbehalt zu lesen. Aber es ist sicher das Ereignis dieses Abends zum 60. Geburtstag von Günter Blendinger, dass er sich in dieser Fülle und Konzentration wie kaum bisher in einer Ausstellung mit seinen Bildern in Farbe zeigt und wenige Radierungen – Grafik, mit der er sich längst einen Namen gemacht hat – nur sparsam im Flur der Ausstellungsräume platziert, Räume, die jedenfalls mir geht es so, erst mit dieser Ausstellung mit einem Gesamteindruck an gediegener Malerei so recht zur Geltung kommen.

Vielleicht hat Günter Blendinger, ein von Natur aus zurückhaltender, ja ich möchte sagen bescheidener Mensch, den rechten Zeitpunkt abwarten können, mit solch einer geschlossenen, überzeugenden Übersicht über seine Malerei aufzuwarten. Nahezu die meisten Bilder sind nach dem Jahr 2000 entstanden, als er sich seiner Sache mit den Farben, wie er selbst nachdenklich mitteilt, schließlich sicher war. Das Resultat, finde ich, ist mehr als überzeugend, wie gesagt, die Entdeckung eines ganz eigenständigen, sich seiner Valeurs sicheren Malers, den man nun getrost unter die bedeutenden Namen der Berliner Malerei seiner Generation einreihen kann.

Der 1945, also direkt am Kriegsende im sächsisch- thüringischen Meuselwitz geborene (das Städtchen liegt nur unweit der Stadt Altenburg mit seinen berühmten Sammlungen des Lindenau- Museums) Blendinger lernte, wie es dort üblich war, den Beruf eines Maschinenbauers und war danach auch als Kraftfahrer tätig, aber schon in der Schulzeit fiel er durch seine zeichnerische Begabung auf, die er dann in Volkskunstzirkeln weiter ausbildete, später schon in Berlin, und wie es der Zufall will, ausgerechnet in Pankow, in einer Radierwerkstatt in der Kavalierstrasse, bis er 1969 den Mut fasst, sich an der Kunsthochschule Weißensee als Student zu bewerben, gleich angenommen wird, dort studiert, bis er 1974 schließlich freiberuflich als Grafiker und Maler arbeiten kann, seinen Wohnsitz in Zepernick am Stadtrand nimmt, wo er sich schrittweise sein Atelier aufbaut.

 

 

Als Lehrer an der Kunsthochschule nennt er vor allen Arno Mohr und Werner Klemke, später auch Axel Bertram und Fritz Dähn. In dem präzisen Zeichner und Grafiker Arno Mohr erkenne ich für den Zeichner und Grafiker Blendinger ein Vorbild, was die Akkuratesse, also die Sorgfältigkeit und Genauigkeit mit der Blendinger mit der kalten Nadel seine Landschaften und Interieurs auf die Platte – er druckt seine Radierungen bis heute alle selbst – und schließlich aufs Papier bringt, und sich manchmal schon mit mehrfachen Drucken gegen die Schwärze des Strichs an die Farbe herantastet, den Blättern atmosphärische Frische und Tiefe zu geben.

Die Ockertöne, in allen Nuancen und Schattierungen, vom Gelb bis zum dunklen Umbra, sind seine Grund-farben, die er dann durch ein tönendes Blau, ein plötzlich auftretendes Rot unterbricht, akzentuiert und damit wiederum  ihn mit seiner ihn kennzeichnenden Grundfarbe als Maler auf einen Blick kenntlich macht. Seine Motive gewinnt er aus dem Anschauungs-erlebnis seiner Landschaften mit Häusern in Zepernick bis in die Toskana, Straßen, Plätze, Durchgänge mit Geschichten der Menschen, die in ihnen gelebt haben, leben und sie gegen alle Moderne erhalten. Exterieurs, gesehen mit dem Blick des Interieurs, eines also, der diese Durchblicke mit Kurven und Toreinfahrten kennt und für sich und uns festhält in den Farben der Dauer, in denen wir sie nun wiedererkennen.

Wir alle sind froh diesen G. Blendinger  in unserem Kreis Forum Amalienpark unter uns zu haben. Wir schätzen seine unaufwendige und zugleich doch bestimmte Art und Weise, sich, wie man so schön sagt, einzubringen, teilzuhaben, mitzuwirken und er wird wegen solcher Eigenschaften und natürlich mit dem, was er uns als Künstler bedeutet, geachtet, geschätzt, ja gerne gehabt. Aus Anlaß dieses Tages sollte man das schon einmal sagen.

Das uns Günter Blendinger an seinem 60. Geburtstag mit dieser rundum erstaunlichen Ausstellung seiner Malerei beschenkt, kann keine  noch so gut gemeinte Gratulation ausgleichen.

In diesem Sinne mein herzlicher Glückwunsch also zu diesem doppelten Ereignis. 

Einzelausstellungen

 

 

1983

im "Berliner Atelier"
Galerie im Turm, Berlin

1985

Club Hanseat, Salzwedel
Studio Bildende Kunst, Berlin Lichtenberg

1987

Galerie am Prater, Berlin
Kleine Galerie Seelow
Galerie im WF, Berlin Lichtenberg

1988

Haus der DSF, Berlin

1989

Galerie am Schlossberg, Gadebusch

1990

Kulturbundgalerie, Berlin Lichtenberg Galerie Bernau

1991

Waldkater Bernau Galerie 100, Berlin

1992

Galerie Oberlicht, Berlin Kreuzberg

1994

Galerie „S“, Berlin Pankow

1995

Galerie Bernau, mit M. B. Cárdenas

1998

Kleine Galerie Eberswalde

1999

Galerie Forum Amalienpark, Berlin, mit Christiane Wartenberg
Inselgalerie Berlin, Zepernick, mit Erna Tober
Galerie Panketal, Zepernick
Heimatmuseum Meuselwitz

2001

Tabakspeicher Schwedt
Druckgraphik Atelier, Berlin

2002

Cranachwerkstatt Wittenberg
Kunst-Loose im Oderbruch

2003

Galleri artCentrum, BodaGlasbruk, Schweden
Galerie Wildeshausen
Hofhausgalerie, Berlin Friedrichshagen

2004

Galerie Packschuppen, Glashütte

2005

Galerie Forum Amalienpark Berlin

 

 

 

 

 

Ausstellungsbeteiligungen

 

unter anderem in Moskau, Sofia, Warschau, Kanada, USA

1974 – 1989

an den Kunstausstellungen der DDR in Dresden und an den Bezirkskunstausstellungen in Berlin

1983

"100 ausgewählte Graphiken" (auch 1985 und 1987)

1992

Museum der Stadt Gladbeck

1993

Stadtgalerie Erfstadt
Lindenau-Museum, Altenburg
Landeskunstausstellung, Brandenburg
Stadthaus Olten

1995

Galerie Pankow, Berlin
mit der Galerie Bernau in Eberswalde, Zepernick, Altranft, Bützow, Berlin

1999

Lindenau-Museum, Altenburg

2000

Studio Bildende Kunst, Berlin Lichtenberg

2001

Museum im Wasserwerk, Berlin Friedrichshagen
Kleine Galerie Eberswalde
Kunstspeicher Friedersdorf
Inselgalerie Berlin

2002

Produzentengalerie am Amalienpark, Berlin
Druckgraphik-Atelier, Berlin
Kunstspeicher Friedersdorf

2003

Produzentengalerie am Amalienpark, Berlin
Druckgraphik-Atelier, Berlin

 

 

 

 

 

Literatur

 

Ursula Horn
Günter Blendinger, Katalogtext "Berliner Atelier 1983".

Gabriele Kukla
Günter Blendinger, Katalogtext Galerie im Turm, Berlin 1983.

Joachim Pohl
Günter Blendinger, Mitteilungsblatt des VBK DDR, Berlin 4/5/86

Dietrich Noßky
Günter Blendinger, im Faltblatt Galerie am Prater, Berlin 1987

Ulrich Rudolph
Günter Blendinger, "Sonntag" 1 1/87

Ingeborg Ruthe
"Erregung ohne Sensation", in "Tribüne" 3.4. 1987

Wolf Lippitz
Günter Blendinger, Faltblatt Galerie im WF, Berlin 1987

Friedrich Wilhelm Fredwurst
Günter Blendinger, Faltblatt Galerie Bernau 1990

Ingeborg Ruthe
"An Gemeindeplätze glaubt niemand mehr", in "Berliner Zeitung", 3.12.1991

K. Hammer
"Der Poesie des Alltäglichen auf der Spur", in "Neue Zeit" 25.2.1992

Jan Gymbel
"Spiegelverkehrt am Strand", in Tagesspiegel", 23.2.1992

Volkhard Böhm
"Günter Blendinger – Seine Kaltnadelradierungen", in "Graphische Kunst" 2. Heft 2002

 

 

   

 

 

 



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