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Dokumente und Fundstücke deutschen Lebens von 1900 bis 2005
Gesammelt und gestaltet von Wiltrud Betzler-Schellin



1986


1986


DER KULTURRRAUM IN KOBLENTZ
ODER
GUSTAV BADESTEIN TRÄGT
SEINE KAPPE MIT DER KOKARDE


Person: Gustav Badestein, der Vorbesitzer der als Denkmal geschützten alten Schule in Koblentz
Ort: Koblentz, Kreis Pasewalk, Bezirk Neubrandenburg, DDR

Rückblickend gesehen hatte er schon ein schönes Leben gehabt, sein Beruf als Förster hatte ihn ausgefüllt. Gustav Badestein war mit sich zufrieden. An Straßen, die durch den Wald führten, hatte er Birken pflanzen lassen, so kam es ihm gerade in den Sinn. Sie waren mit ihren weißen Stämmen auch bei schwachem Licht, ja in der Dunkelheit gut zu erkennen. Auch brauchten sie keinen guten Boden, kamen mit dem hier oft vorkommenden Sandboden gut zurecht. Er, Gustav Badestein, mochte diese Bäume und er war stolz auf seine für jeden sichtbare Hinterlassenschaft. Ja und den Kampf gegen die Füchse, die sich sonst einfach zu stark vermehrten, hatte er erfolgreich geführt; mit Fallen und Ködern ebenso wie mit der Flinte. Nun war er in einem Alter, da saß er lieber am warmen Ofen, aber von früher erzählen das wollte er noch, das konnte er gut. So setzte er sich hin und wieder – er trug dann fast immer seine Kappe mit der Kokarde - zu den Leuten in den Kulturraum, der sich ja in seinem Haus befand, und begann zu erzählen.

Information I: Diese Kokarden waren das an der Kappe getragene Erkennungszeichen der Förster der DDR.

Information II: Kokarde (franz. Revolutionswort, 1789)

nationales Zeichen an Uniformkopfbedeckungen, ursprünglich in der Franz. Revolution am Hute getragene Schleife oder Stoffblume, heute meist aus Metall, rund oder oval, auch Kennzeichen von Flugzeugen.

Aus: dtv-Lexikon, 1967



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Diese Seite wurde zuerst erstellt am 22. 03. 2005
Zuletzt bearbeitet am 19. 03. 2008

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