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Dokumente und Fundstücke deutschen Lebens von 1900 bis 2005
Gesammelt und gestaltet von Wiltrud Betzler-Schellin



1969


1969


ZOTTI MACHT ABITUR
ODER
WILTRUD RAIBLE BEENDET IHRE SCHULZEIT
IM KÖNIGIN-KATHARINA-STIFT


Person: Wiltrud Raible, später verheiratete Betzler und dann Betzler-Schellin, also ich selbst
Ort: Stuttgart, Baden-Württemberg

Was für ein Widerspruch: Auf ihrem Mäpple klebt ein Button "I am the greatest" und daneben sitzt Zotty, der sie im Abitur bewachen soll. Besser als dieses Bild kann man die Gefühle von Wiltrud Raible in dieser Zeit einfach nicht beschreiben, inzwischen selbstbewusst und wissend, dass das Abitur gut klappen würde und dennoch voll Sehnsucht nach etwas, was sie beschützen würde. So endet die Schulzeit für sie, sie fühlt sich befreit von dieser Zeit, die zuletzt angenehm aber lange Jahre eine Qual war, aber wohin wird jetzt die Reise gehen?

Information I: Zotty

Der erste Zotty der Firma Steiff kam 1951 auf den Markt, dieser ist vermutlich aus den 1960er Jahren, da ich ihn 2 Jahre zuvor von einem Freund für meine Faschingsgestalt "Baby" bekommen habe. Wahrscheinlich gehörte er eigentlich einem von seinen kleineren Geschwistern.

Information II: Steiff

... Zur gleichen Zeit wurden Plüschbären mit Gelenken in Deutschland in einem Familienunternehmen unter der Leitung von Margarete Steiff entwickelt. In ihrer Kindheit an Kinderlähmung erkrankt und seitdem an den Rollstuhl gefesselt, wurde sie eine ausgezeichnete Näherin von Kinderkleidung. 1880 gründete sie eine Versandhausfirma, die Plüschtiere und andere Dinge herstellte, als Erstes einen Nadelkissen-Elefanten. Dieses Tier wurde zum Warenzeichen dieser Firma. Zuerst waren die Steiff-Bären recht erfolglos, bis Hermann Berg, ein Spielzeig-Einkäufer für das New Yorker Warenhaus George Borgfeld & Co. auf der Leipziger Messe 1903 3000 Teddy-Bären bestellte. 1905 wurde der Steiff-Bär gesetzlich durch das berühmte "Knopf im Ohr"-Warenzeichen geschützt. Er war so erfolgreich, dass die Firma drei Mal zwischen 1903 und 1908 zur Expansion gezwungen war. Während dieser Zeit, bekannt als die Bärenjahre, stieg die Anzahl der jährlich Teddybären dramatisch - von 12000 auf ungefähr 975000 - eine phänomenale Zahl, die seitdem nie wieder erreicht wurde.

Aus: Das große Buch der Teddybären, Mosaik-Verlag, 1992



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1970



Diese Seite wurde zuerst erstellt am 22. 03. 2005
Zuletzt bearbeitet am 25. 02. 2007

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