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Dokumente und Fundstücke deutschen Lebens von 1900 bis 2005
Gesammelt und gestaltet von Wiltrud Betzler-Schellin



1963


1963


DIE ERSTE REISE NACH ITALIEN
ODER
KLAUS BETZLER
SCHICKT EINE POSTKARTE NACH DEUTSCHLAND


Person: Klaus Betzler
Ort: ???, Italien

In den sonnigen Süden, nach Italien zu reisen und das ohne Eltern, das war schon etwas Besonderes. Besichtigungen der geschichtlichen Stätten und der berühmten Kirchen, natürlich ein Muss in einem Land, das lange Zeit der Mittelpunkt der Welt war. Klaus Betzler war hoch zufrieden mit dieser Studienreise, natürlich auch - und das in ganz besonderem Ausmaß - mit den südlichen Besonderheiten und Annehmlichkeiten. Die Pizzerien und Eisdielen waren toll, am Abend draußen zu sitzen, das war er nicht gewöhnt. So konnte man die Mentalität der Gastarbeiter auch besser verstehen, das war also ihr Leben, das ihnen im geschäftigen Deutschland so fehlte. Zufrieden schrieb er eine Postkarte nach Hause, an die Eltern und die Schwester.

Information: Gastarbeiter (eigentlich: Gastarbeitnehmer)

Im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs der BR Deutschland nahm die Nachfrage nach Gastarbeitern in starken Maße zu, da das inländische Arbeitnehmerangebot nicht mehr ausreichte. Dies gilt insbesondere für arbeitsintensive Wirtschaftszweige und Berufsgruppen (v. a. Eisen- und Metallerzeugung und -verarbeitung, verarbeitendes Gewerbe und Bau-, Ausbau- und Bauhilfsgewerbe).
Beispiel: In den Jahren 1960 bzw. 1965 arbeiteten 121311 bzw. 359773 Italiener in Deutschland, übrigens jeweils die deutlich größte Gruppe der Gastarbeiter.

Aus/nach: Meyers Neues Lexikon in 8 Bänden, 1979




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Diese Seite wurde zuerst erstellt am 22. 03. 2005
Zuletzt bearbeitet am 24. 02. 2007

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