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VERANSTALTUNGEN

Donnerstag, 27.01.2022 | 14:00 Uhr | Berlin
Ausstellung,Bildende Kunst

Martin Schmidt – Aufbruch | »HAP-Grieshaber-Preis der VG Bild-Kunst«

Beschreibung
Martin Schmidt ist diesjähriger Preisträger des mit 25.000 Euro versehenen »HAP-Grieshaber-Preises der VG Bild-Kunst« für außerordentliche künstlerische Leistungen. Als einer der höchstdotierten Kunstpreise Deutschlands zeichnet er seit 1999 herausragende Positionen der zeitgenössischen Kunst aus.

Mit »Aufbruch«, seiner ortsbezogenen Installation im Deutschen Künstlerbund, macht Martin Schmidt einen provokanten und pointierten Kommentar zu den Räumen, die uns in unserer Gesellschaft noch bleiben und uns zur Entscheidung drängen: den politischen Räumen, in denen sich die Hoffnung nach Veränderung immer wieder zu verlieren droht, den Lebens- und Arbeitsräumen, zu denen nur noch das Kapital leichten Zugang hat, und den Gedankenräumen, die mit der Angst und der alltäglichen Überforderung schrumpfen.

In dem installativen »Aufbruch«, der sich in seiner minimalistisch-skulpturalen Natur fast wie eine Verweigerung des Raumes, in dem er sich präsentiert, lesen lassen könnte, stecken Verheißung und Versprechen ebenso wie Ungewissheit und Risiko. Denn wenn ein Aufbruch nicht freiwillig, sondern erzwungen ist, dann ist er Flucht oder Verdrängung. Oder er geschieht aus dem schlichten Mangel an besseren Alternativen, der Unfähigkeit zur Anpassung oder aus simpler Frustration.

Schmidt scheint mit jedem der mehreren Dutzend Kartons, aus denen die Installation besteht, eine Frage in den Raum stellen zu wollen. Aufbrechen oder verharren? Aufbrechen oder sich anpassen? Aufbrechen oder Gefahr laufen? Alles hinter sich lassen oder die Herausforderung annehmen? Vagabundieren oder sich einnisten? Weitersuchen oder aufgeben?

Das »Wohin gehen wir?« scheint dabei die entscheidende Frage zu sein, die sich nicht nur Künstler*innen angesichts der momentanen Lage stellt, sondern mit der jeder Mensch immer wieder – in unterschiedlicher Dringlichkeit – konfrontiert ist. Was wissen wir schon über die Lage der Menschen, die vor Gewalt und Tod zu flüchten versuchen? Ist unsere neue Regierung tatsächlich fähig, mit uns zusammen aufzubrechen, oder wird sie sich im Streit um das »Wohin« gegenseitig blockieren? Und wohin gehen wir? In die neue Wohnung oder das Atelier, die jetzt die Hälfte unseres Einkommens kosten? In den Rückzug, weil man weder an Corona noch an der Politik etwas ändern kann?

»Aufbruch« ist eine Entscheidung. Und auf jeden Fall eine Veränderung.

Neben der Installation entsteht ein großformatiges Ausstellungsbuch, welches das künstlerische Werk Schmidts, insbesondere seine interventionistischen Arbeiten im öffentlichen Raum, vorstellt und im Künstlerbund ausliegt.

HAP-Grieshaber-Preis der VG Bild-Kunst:
Der Namesgeber des Preises, der Maler und Holzschneider HAP Grieshaber, war maßgeblich an der Initiative zum Aufbau der VG Bild-Kunst beteiligt. Grieshaber hatte sich seit den siebziger Jahren außerordentlich für die Urheberrechte bildender Künstler*innen eingesetzt und sich ebenso vehement für den Ausbau der sozialen Sicherung von Künstler*innen ausgesprochen.

Die Fördergelder des HAP-Grieshaber-Preises stellt die Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst zur Verfügung. Sie stammen aus den Erlösen, die die VG Bild-Kunst aus der Wahrnehmung von Urheberrechten bildender Künstler*innen erzielt. Das Preisgeld ist eine Anerkennung von Künstler*innen für Künstler*innen.

Der Preisträger bzw. die Preisträgerin wird jährlich vom Kuratorium der Stiftung Kunstfonds aus den Bewerbungen für Arbeitsstipendien ausgewählt.

Über den Künstler:
Martin Schmidt, 1963 in München geboren, machte zunächst eine Ausbildung als Holzbildhauer und Schnitzer in Oberammergau. Danach kehrte er nach München zurück und absolvierte dort von 1985 bis 1993 ein Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste. Anschließend war er Meisterschüler und später Assistent bei Prof. Olaf Metzel. Schmidts Objekte, Installationen und Zeichnungen werden vielfach in Ausstellungen und Kunstprojekten präsentiert. 1997 erhielt er den Villa-Romana-Preis in Florenz und 2004 den Villa-Massimo-Preis in Rom. Er lebt und arbeitet in München.

Seine Installationen enstehen aus dem gesellschaftlichen Kontext heraus und sind meist als Kommentar auf die westliche Lebensart zu verstehen. Seine raumgreifenden Arbeiten spielen dabei mit unserer Betrachtungsweise und sorgen für Irritationsmomente: Ganz Alltägliches und Vertrautes scheint plötzlich in einem anderen Kontext verortet zu sein. Die Installationen stellen dabei meist reale Situationen dar, die begehbar und räumlich erfahrbar sind.

Schon seit den frühen neunziger Jahren arbeitet Martin Schmidt situativ und ortsbezogen: im öffentlichen Raum, in Off-Spaces, aber auch in Theatern und Museen. Dabei dienen die jeweiligen Orte in ihrer spezifischen Ästhetik, Funktion und Lage als Ausgangspunkt für seine künstlerischen Ideen.

Vernissage: Donnerstag, 09.12.2021, 18 Uhr

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung
Geschlossen vom 24.12.2021 bis 02.01.2022

Besuch der Ausstellung:
Es gelten die aktuellen Abstands- und Hygieneregeln des Landes Berlin.

Weitere Informationen: www.kuenstlerbund.de