Das Geschenk des weißen Pferdchens
von Rudolf Herfurtner
Mayra Capovilla
Inszenierung
Hans-Peter Boden
Bühne
Claudia Jung
Kostüme
Tumursaikhan Janlav
Pferdekopfgeige
Berit Menze, Johannes Klama/Sebastian Hofmüller, Peter Wolter
es spielen
Es war einmal, irgendwo in der unendlichen Weite der Hochgebirgssteppe zwischen der Wüste Gobi und dem Altaigebirge, in einem Land, in dem man sich das Wissen über die Welt abends am Feuer in einer Jurte sitzend weitererzählt, in dem die Berge selten unter 4000 m hoch sind und in dem das Millionen Jahre alte Gletscherwasser als das Blut dieser Berge angesehen wird. Dort in der Mongolei erzählen sich die Menschen heute noch die sagenhafte Geschichte von dem tapferen Jungen Suhe, der ein halbtotes Fohlen geschenkt bekommt. Er pflegt es mit Kräutern und dem Blut der Berge, verteidigt es gegen Wölfe, Bären und Tiger. Immer weiter trägt er das Pferdchen nach Osten, ins Gebirge hinauf, denn „nach Osten musst du gehen, wenn du deinen Glücksstern suchst,“ sagt er und hofft auf Rettung. Eines Nachts erwacht der Junge und sein weißes Pferdchen ist zu einem prächtigen Pferd herangewachsen und beeindruckt nun selbst die Prinzessin. Doch die Freude ist nicht von Dauer. Aus Eifersucht wird das Pferd getötet. Wehklagend fällt der Junge in einen unruhigen Schlaf, in dem ihm sein geliebtes weißes Pferdchen erscheint: „Klage nicht, Suhe, mein Freund! Bau dir ein Instrument. Und wenn du es spielst, will ich bei dir sein und dich trösten. Aus meiner Haut und meinen Knochen und aus meinem Schweif sollst du es machen. Und du sollst es Morin Khuur nennen, Pferdekopfgeige.“ Tag und Nacht spielt der Junge die Pferdekopfgeige. Die Traurigkeit vergeht und neuer Tatendrang erfasst ihn. Er spürt, das weiße Pferdchen ist bei ihm, in seinem Instrument und in seinen Liedern, jetzt und für immer. In unserer Inszenierung schaut man von zwei Seiten in eine offene Jurte hinein, so dass der Eindruck entsteht, man säße tatsächlich darin. Die Geschichte wird erzählt und dann, dann wird man die Pferdekopfgeige hören und man wird es vielleicht sehen, das Geschenk des weißen Pferdchens.
Ausgezeichnet mit der tz-Rose der Woche!
schauburgmuenchen