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George Balanchine
Tanz
CHOREOGRAPH

1904 geboren als Georgi Melitonowitsch Balantschiwadse in St. Petersburg besuchte der junge Georgier ab 1913 die Kaiserliche Ballettakademie, studierte nebenher am Konservatorium Musik, und wurde 1921 Tänzer am Mariinski-Theater. Für die Schule schuf er erste Choreographien, emigrierte 1924 und war von 1925–29 Chefchoreograph bei Serge Diaghilews Ballets Russes, in dieser Zeit entstanden „Chant du Rossignol“ 1925, „Apollon musagète“ 1928, das Werk, mit dem er zu seinem eigenen Stil fand und „Der verlorene sohn“ 1929. Nach kurzem Engagement beim Königlich Dänischen Ballett und dem Ballet Russe de Monte Carlo gründete er 1933 seine eigene Truppe Les Ballets 1933.
1934 wurde er von Lincoln Kirstein, einem kunstliebenden Industriellen nach Amerika eingeladen, um eine Schule zu gründen und in Amerika zu arbeiten. Balanchine wurde Leiter der School of American Ballet, beide gründeten 1935 das American Ballet. Balanchine arbeitete, einige Rückschläge hinnehmend, sehr erfolgreich für den Broadway – „On your Toes“ 1936, „Babes in Arms“ 1937 – für Revue-Theater, für einen Zirkus und für Hollywood. Die äußerst produktiven Jahre, die folgten, führten erst 1947 zu einer Einladung an die Pariser Oper, die Choreographie „Sinfonie in C – Le palais du cristal“ löste in Frankreich Diskussionen aus, man bezeichneten seinen Stil als ‚style frigidaire‘. Nach mehreren organisatorischen Veränderungen der Schule und der Compagnie bezogen Balanchine und seine Truppe 1948 das nach den Wünschen des Choreographen gebaute New York State Theatre, ab diesem Zeitpunkt trägt seine Compagnie den Namen New York City Ballet.
Zu den allerwichtigsten Choreographien im Repertoire des New York City Ballets gehören „Serenade“ 1934, „Jeu de cartes“ 1937, „Concerto Barocco“ 1941, „The Four Temperaments“ 1946, „La Valse“ 1951, „Der Nussknacker“ 1954, „Agon“ 1957, „Liebeslieder-Walzer“ 1960, „Jewels“ 1967, „Who cares?“ 1970, „Symphony in three Movements“ 1972, Strawinsky Violin Concerto“ 1972, „Chaconne“ 1976, „Davidsbündlertänze“ 1980, „Mozartiana“ 1981, oder „Elegie“ 1982.
George Balanchine hat einige hundert Choreographien geschaffen, darunter allein achtzehn für den Broadway. Er gehört zu den bedeutendsten Choreographen-Persönlichkeiten der Ballettgeschichte und fand nach revolutionären Anfängen zu seinem eigenen Stil, der als Neoklassizismus zu bezeichnen ist, zu dem er nach gelegentlichen Ausflügen in andere Stilarten immer wieder zurückgekehrt ist. Durch ihn hat Amerika den schöpferischen Anschluss an die europäische Ballett-Tradition gefunden und seinerseits auf Europa zurückgewirkt.
Eine lebenslange Freundschaft verband ihn mit Igor Strawinsky, nachdem er ihm bereits 1925 bei den Ballets Russes begegnet war und 1937 in New York ein erstes Strawinsky-Festival initiiert hatte, dem weitere folgen sollten. George Balanchine war insgesamt viermal verheiratet, nacheinander mit den Ballerinen Tamara Geva, Vera Zorina, Maria Tallchief und Tanaquil LeClerq. Er starb 1983 in New York.